
Kinder & Ernährung
Essen lernen

Wenn es ums Essen geht, dann sind sich wohl alle Eltern einig: Kinder essen am liebsten unvernünftig. Dabei ist es gar nicht so schwer, Kindern "richtiges Essen" beizubringen.
Wie alle anderen Tätigkeiten müssen Kinder auch das Essen von Grund auf lernen. Dabei geht es nicht nur um das richtige Benutzen von Gabel und Messer - auch die Auswahl der Nahrungsmittel, die Regelmäßigkeit der Mahlzeiten oder eingeübte Rituale wie beispielsweise das Tisch decken oder auch ein Tischgebet spielen dabei eine große Rolle.
Die Vorbildfunktion
Wenn man selbst nicht ausgewogen und gesund isst, kann man das auch nicht von seinem Kind erwarten. Kinder lernen vor allem durch Beobachten, Nachahmen und Ausprobieren, deshalb spielen Eltern als Vorbilder eine wichtige Rolle bei der Ernährungserziehung. Wer selbst gerne und genussvoll Obst und Gemüse isst, der wird für seine Kinder die bestmögliche Voraussetzung schaffen, dieses Verhalten zu übernehmen.
Die Regelmäßigkeit
Kinder brauchen regelmäßige Mahlzeiten, darin sind sich Ernährungsexperten und das Forschungsinstitut für Kinderernährung einig. Ideal sind drei Hauptmahlzeiten täglich, unterschieden in zwei Brotmahlzeiten und eine warme Mahlzeit, sowie zusätzlich das Pausenbrot und eine Nachmittagsmahlzeit. Macht zusammen fünf Mahlzeiten.
Die richtige Portion
Nicht jedes Kind isst jeden Tag gleich viel. Ein gesundes Kind, das sich gerne bewegt, muss man nicht zum Essen zwingen. Geben Sie Ihrem Kind lieber kleine Portionen auf den Teller. Nachnehmen kann es immer noch und so lernt es, wann es satt ist. "Vermanschtes" mag bei manchen Kindern zwar gut ankommen, das Kind sollte aber ruhig sehen, was es isst.
Wichtig:
Servieren Sie Ihrem Kind keine Süßigkeiten oder Ähnliches als Hauptmahlzeit - Ihr Kind soll lernen zu essen, nicht zu naschen! Süßes ist eher ein Genussmoment, den man sich gönnt.
In Ruhe gemeinsam essen
Kinder brauchen einen geregelten Tagesablauf und das gilt auch für die Essenszeiten. Am Besten ist es, wenn Eltern in ruhiger Atmosphäre zumindest eine Mahlzeit des Tages gemeinsam mit der Familie am Esstisch einnehmen. Ablenkungen wie Fernsehen, Zeitung oder Spielzeug sind hier fehl am Platz - jeder sollte sich auf das Essen konzentrieren und die gemeinsame Zeit mit der Familie genießen.
Essen ist kein Druckmittel
Wenn Kinder Sätze hören wie "Iss deinen Spinat auf, sonst darfst du nicht fernsehen", bekommt das Thema Essen für sie einen negativen Beigeschmack. Daraus könnten Machtspielchen entstehen, die niemand möchte. Eine Anregung zum Probieren ist da oft viel hilfreicher, denn: Auch Kinder dürfen ihren eigenen Geschmack haben und Manches verweigern. Trotzdem kann man "Verschmähtes" immer wieder anbieten, denn mit der Zeit ändern sich bei vielen Kindern die Vorlieben beim Essen.
Ein schön gedeckter Tisch ...
... ist manchmal schon die halbe Miete. Schließlich können schon die Kleinsten beim Tisch decken mithelfen und so dem Essen eine besondere Bedeutung geben. Eine Tischdecke, Servietten, vielleicht sogar selbst gebastelte Platzkärtchen - was schön aussieht, wird auch als schönes Erlebnis abgespeichert und gerne wiederholt.
Öfter mal was Neues
Zur Entfaltung ihrer Sinne brauchen Kinder ein Angebot an Nahrung, das langsam an die Vielfalt in Geruch, Geschmack, Konsistenz und Aussehen heranführt. Vor allem für ihr sensorisches Gedächtnis sind Geruchs- und Geschmackserlebnisse wichtig. Ein Kind muss keinen Brokkoli mögen, doch wenn dieser öfter angeboten wird, greift das Kind vielleicht eines Tages zu. Und wenn die selbstbelegte Pizza mal ein Tomaten-Paprika-Gesicht bekommt oder der bunte Obstteller wie ein lachender Clown aussieht, haben auch Kinder Spaß an gesundem Essen.
Frisch und ohne Geschmacksverstärker
Fragt man die Menschen, warum sie bestimmte Dinge essen, dann antworten Kinder viel häufiger als Erwachsene: "Weil es schmeckt!" Doch gerade bei Kindern wird der Geschmackssinn durch Fertigprodukte, Fast Food und Geschmacksverstärker falsch geschult. Dabei schmecken Vollkorn-Spaghetti genauso gut, wie die gewöhnlichen Nudeln, machen dafür aber länger satt. Und anstatt zur Fertigtüte zu greifen, lässt sich eine Tomatensauce ganz einfach selbst herstellen. Verbinden Sie die Zubereitung mit gemeinsamen Momenten: Ein "normales" Abendessen wird zum echten Highlight, wenn das Kind in der Küche helfen darf - wetten, den Kleinen schmeckt ihr selbstgemachtes Menü viel besser als das Fertigprodukt?
Verbote machen Dinge erst interessant
Meist erscheint Kindern erst das Verbotene wirklich spannend und unwiderstehlich. Sinnvoller als jede Einschränkung ist es jedoch, Süßigkeiten wie Schokolade oder Chips gezielt und in kleinen Extra-Portionen zu geben. Bieten Sie zum Beispiel Ihrem Kind eine "Wochenration" an, bei der es selbst entscheiden darf, wie es diese Genussmomente verteilt. Dadurch lernen die Sprösslinge, bewusst zu genießen. Ganz wichtig allerdings: nicht nachgeben, wenn die Ration vorzeitig aufgebraucht ist.Kinder & Bewegung
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