Kinder plus Sport

Kinder & Ernährung

Der perfekte Speiseplan

Artikel 1
Die Ernährungsgewohnheiten einiger Kinder könnten durchaus als kompliziert beschrieben werden: sie sind wählerisch, mögen eine ganze Reihe von Lebensmitteln nicht und essen häufig einseitig. Doch gerade für Kinder ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung unerlässlich. Aber was soll man als Elternteil tun, wenn Kinder Gesundes wie Obst oder Gemüse immer wieder entschieden ablehnen?

Experten des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund empfehlen, kategorische Abneigungen gegen Gesundes in diesem Fall einfach zu übergehen und gleichzeitig aber nichts anderes - vor allem nichts Ungesundes als Alternative - anzubieten. Viele Kinder verschmähen diese Vitaminbringer nur, weil sie es bei Freunden so gesehen haben. Allerdings sollte man als Elternteil das Kind auch nicht zum Essen des Obstes zwingen, sondern es einfach in Ruhe essen lassen und ihm beim nächsten Mal wieder Gesundes anbieten.

Das Institut empfiehlt für eine optimale und ausgewogene Kinderernährung reichlich Getränke sowie pflanzliche Lebensmittel, dagegen sollten tierische Lebensmittel und Fettreiches eher sparsam angeboten werden. Zwar schaden Pommes, Hamburger und Süßigkeiten ab und zu nicht, doch sollten diese Lebensmittel nicht die Grundlage der Ernährung des Kindes sein.

Hier einige Tipps zur ausgewogenen Ernährung:

Kohlenhydrate

Etwa 40 Prozent der täglichen Nahrung sollten von hochwertigen Kohlenhydraten wie Getreide oder Kartoffeln stammen. Kohlenhydrate sind unsere wichtigsten Energielieferanten. In den Randschichten und dem Keimling des Getreidekorns sind die wertvollen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und wichtige ungesättigte Fettsäuren. Beim Ausmahlen des Getreides zu Feinmehl gehen diese allerdings verloren.

TIPP: Kohlehydrate am besten aus Vollkorn beziehen! Die meisten Kinder mögen Spaghetti. Vollkornnudeln enthalten mehr wichtige Nährstoffe als die gewöhnlichen Nudeln aus Feinmehl und schmecken genauso gut! Auch Kartoffeln sollten regelmäßig auf den Tisch kommen - z.B. als Bratkartoffeln, Pellkartoffeln oder als Kartoffelbrei

Obst & Gemüse

Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Rohkost zum Beispiel ist als Zwischenmahlzeit sehr empfehlenswert. Wichtig ist dabei sorgfältiges Putzen, Waschen und Schälen von Obst und Gemüse. Verschiedene Sorten einheimischer Produkte zur jeweiligen Erntezeit sorgen für eine gute Nährstoffversorgung und sind meist am wenigsten mit Schadstoffen belastet.

TIPP: Etwa 25 Prozent der Ernährung sollte aus Gemüse oder Gemüsesaft und etwa 15 Prozent aus Obst oder Obstsaft bestehen. Die "5-am-Tag-Formel"(dreimal täglich Gemüse, zweimal Obst) scheint im ersten Moment schwer zu erfüllen. Doch wer seinen Kinder einen bunten Obst- oder Gemüseteller zurecht schneidet, dazu vielleicht lustige Gesichter aus Radieschen und Paprika formt und noch selbst davon nascht, der hat seine Kleinen meist schnell überzeugt.

Fleisch & Fisch & Ei

Fleisch, Wurst und Fisch sollten etwa fünf bis zehn Prozent der Ernährung ausmachen. Fleisch liefert gut nutzbares Eisen, Mineralstoffe und Vitamine, wie das für das Herz-Kreislauf-System und die Zellteilung wichtige Vitamin B12. Fisch enthält Omega-3-Fettsäuren und wichtiges Jod, an dem es in der übrigen Ernährung leider oft mangelt. Fisch sollte mindestens einmal pro Woche gegessen werden. Vorsicht aber bei den Gräten, die müssen vor dem Essen sorgfältig entfernt werden!

Die meisten Kinder mögen Eier in jeder Form, ob gekocht oder als Spiegel- oder Rührei Ein bis drei Eier pro Woche sind erlaubt, auch sie sind in Maßen gesund und liefern Vitamine sowie Mineralstoffe.

TIPP: Greifen Sie statt zu fetthaltigen Wurstsorten lieber auf gekochten Schinken ohne Fettrand oder Kalbsleberwurst zurück.

Milchprodukte

Milch ist unentbehrlich für Kinder, um genügend Kalzium für den Knochenaufbau aufzunehmen. Wichtige Inhaltsstoffe sind zudem Phosphor, Eiweiß, Zink, Jod und besonders die Vitamine B2 und B1. 10?15 Prozent der Ernährung sollten aus Milch und Milchprodukten wie Käse, Quark und Joghurt bestehen. Kakao- und Milchmischgetränke aus dem Supermarkt, Fruchtjoghurt oder Fertigdesserts haben allerdings oft Zuckerzusätze und sollten deshalb nur ab und zu auf den Tisch kommen. Manche Kinder leiden auch unter einer Laktoseunverträglichkeit und vertragen keine Milch - für diesen Fall gibt es mittlerweile viele laktosefreie Milchprodukte.

TIPP: Joghurt oder Dickmilch kann ohne Frucht, also pur, eingekauft und zu Hause selbst mit frischem Obst verfeinert werden.

Fette

Pflanzliche Fette sind reich an wertvollen ungesättigten Fettsäuren und enthalten fettlösliche Vitamine - deswegen sollten Margarine und Speiseöle wie Soja-, Sonnenblumen- oder Olivenöl die Butter so oft wie möglich ersetzen. Manchmal hilft es auch, auf versteckte Fette zu achten, die z. B. in Fleisch, Wurst, Käse, Eiern, Sahne, Nüssen oder Kuchen enthalten sein können.

TIPP: Anstatt Butter kann man auch Streichkäse auf das Pausenbrot geben. Außerdem kann vieles, was frittiert werden muss, auch in der Pfanne gebraten werden.

Süßigkeiten

Süßes und gesunde Ernährung sind ein absoluter Gegensatz? Nicht unbedingt, den generelle Verbote von Süßigkeiten können genau das Gegenteil bewirken und die Kinder zum heimlichen Naschen erziehen. Interessant ist: Eine Untersuchung der Oecotrophologie-Studenten in Hamburg hat ergeben, dass Kinder Früchtemüsli mit und ohne Zucker gleich gern essen und Kuchen oder Kakao auch dann noch mögen, wenn der Zucker darin stark reduziert ist.

TIPP: Süßigkeiten müssen nicht aus dem Speiseplan von Kindern gestrichen werden. Allerdings sollte man einen verantwortungsvollen Umgang damit fördern, indem man Süßes gezielt und in kleinen Extra-Portionen gibt. Bieten Sie zum Beispiel Ihrem Kind eine "Wochenration" an, bei der es selbst entscheiden darf, wie es diese Genussmomente einteilt. Dadurch lernen die Sprösslinge, bewusst zu genießen.

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