Unser Botschafer: Frank Busemann

Interview mit Frank Busemann

„Schön, dass ich wieder gefragt wurde“ - Frank Busemann im Interview

27.05.2010

Die Erfolgsgeschichte findet ihre Fortsetzung: Schon im vergangenen Jahr ist Frank Busemann für den Förderer der Sportabzeichen-Tour kinder+Sport bei einigen Tour-Stopps dabei gewesen. Diesmal wird der ehemalige Zehnkämpfer und Olympiazweite von Atlanta alle Stationen besuchen. Im Interview erklärt er, warum er von der Sportabzeichen-Tour einfach nicht genug bekommen kann.

Herr Busemann, Sie sind Wiederholungstäter. Auch in diesem Jahr werden Sie für kinder+Sport und den Deutschen Olympischen Sportbund die Sportabzeichen-Tour begleiten. Was hat Sie dazu bewogen wieder mitzumachen?

Die Blessuren des letzten Jahres sind ausgeheilt - ich bin wieder fit fürs Sportabzeichen (lacht). Im Ernst: Ich begrüße das Engagement vom DOSB und kinder+Sport für den Breitensport. Die Sportabzeichen-Tour konzentriert sich ja nicht auf den Bereich des Spitzensports, sondern bietet Sport für Jedermann. Sport ist gesundheitsfördernd, wichtig für einen gesunden Lebensstil und dient dem Ausgleich. Von daher ist es schön, dass ich wieder gefragt wurde und wieder mitmachen kann.

Konnten Sie regionale Unterschiede feststellen?

In den neuen Bundesländern hat der Sport einen etwas höheren Stellenwert. Aber da unterhalten wir uns über Nuancen. Es ist nicht so, als ob die Menschen in den alten Bundesländern zum Sport getrieben werden müssten. Sagen wir es so: In den neuen Bundesländern lag die Begeisterung bei 105 Prozent, nicht bei 103 Prozent.

Sie wollten vergangenes Jahr im Rahmen der Sportabzeichen-Tour Ihr erstes Sportabzeichen machen. Was ist daraus geworden?

Ehrlich gesagt habe ich das im letzten Jahr nicht ganz zusammenbekommen. Diesmal bin ich an allen Tourstationen dabei, habe also mehr Zeit und Möglichkeiten, mein Sportabzeichen zu machen. Ich traue es mir zu, aber ich muss halt sehen, ob es zeitlich klappt. Ich will ja in erster Linie die Leute motivieren, mein eigenes Sportabzeichen steht dabei hintenan. Ich laufe zum Beispiel bei den Ausdauerläufen oft die letzte Runde mit. Dann motiviere ich die, die zurückhängen und sich richtig quälen müssen. Dadurch kriege ich aber nie einen ganzen Lauf zusammen.
Ich gehe sowieso davon aus, dass die Menschen an den Stationen vermuten, dass ich das schaffe. Deswegen will ich denen nicht zeigen, was für ein toller Hecht ich bin (lacht). Manchmal muss ich aber ran. Letztes Jahr zum Beispiel hat ein Klassenlehrer beim Hochsprung die 1,60 Meter übersprungen. Da haben die Leute gefordert, dass ich nachziehe. Kneifen ging also nicht. Glücklicherweise hat es aber geklappt. Im Wettkampf wachse ich ja immer über mich hinaus.

Wie gefallen Ihnen die Stationen der Sportabzeichen-Tour 2010?

Das ist ein regelrechter Querschnitt durch die Republik. Ich bin wirklich sehr gespannt. Gerade weil mich im letzten Jahr beeindruckt hat, was kleine Orte alles auf die Beine stellen können. Es ist unglaublich, was da für eine Logistik dahinter steckt und wie gut die Organisatoren die Veranstaltungen durchgeführt haben.
Ich freue mich natürlich auf Langeoog. Ich war ja letztes Jahr für einen Fernsehbeitrag am Sportstrand der Insel. Ich wusste erst gar nicht, wo man dort Sport machen kann. Ich war echt positiv überrascht, was es für Möglichkeiten gibt, wenn man will und wenn man nach Lösungswegen sucht. Die Sprintstrecke auf der Sandbank ist echt klasse und auch die provisorische Weitsprunganlage ist bestens.

Was erwarten Sie sich von der Sportabzeichen-Tour in diesem Jahr?

Ich erwarte, dass möglichst viele Kinder wieder Spaß am Sport haben. Und dass wir wieder die Botschaft transportieren können, dass Sport nicht nur anstrengend ist, sondern auch sehr viel Spaß machen kann.

Quelle: Deutscher Olympischer Sportbund