Kinder & Bewegung

Schweinehund und Niederlage

"Eine stolz ertragene Niederlage ist auch ein Sieg"
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Im Sport zählt in der Regel, wer der Schnellste oder der Beste ist. Meist kann es nur einen Sieger geben. Verliert man allzu häufig, kann das der sportlichen Motivation schaden. Wenn man beim Kräftemessen im Wettkampf nicht wie erhofft abschneidet, muss man lernen, mit solchen Niederlagen umzugehen und sich für das nächste Mal wieder motivieren zu können. Eltern können ihren Kindern dabei eine wichtige Stütze sein.

"Verlieren können" will gelernt sein. Das gilt nicht nur für den Sport, sondern für das ganze Leben. Am Besten üben Kinder das “Verlieren können“ im Sport, denn dort zählt Teamgeist und Fair Play oft mehr, als ein Sieg mit ausgefahrenen Ellenbogen. Außerdem fangen die Teammitglieder sich gegenseitig auf. So werden Kinder charakterstark und mental fit für Niederlagen.

Aus Fehlern lernen

"Aus Fehlern wird man klug", das wusste schon Oma. Und tatsächlich: Das Gehirn lernt am Besten, wenn es Fehler macht, diese zugibt, reflektiert und so systematisch aus ihnen lernt. Dieser Lernprozess ist kreativer und erfolgreicher, als altbewährte Wege zu gehen. Die Erfahrung zeigt, dass aus falschen Entscheidungen oft erst der Fortschritt erwächst. Das gilt natürlich für den Sport, aber auch für den Alltag.

Siege feiern, um Niederlagen wegzustecken

Niederlagen machen meist traurig - das dürfen sie auch. Denn wer verliert, der kann ruhig mal wütend und enttäuscht sein. Danach ist ein Sieg oft umso schöner und ein Ereignis, das einen mit Stolz erfüllt. Und das sollte auch gefeiert werden: Wie wäre es zum Beispiel mit einem besonderen Ausflug, wenn der Spross gut abgeschnitten hat, sei es im Sport oder auch in der Schule? Positive Belohnung, die sogenannte Konditionierung, weckt den Ehrgeiz und motiviert.

Selbstvertrauen kann Siege bringen

Denken Sie positiv! Denn positive Vorstellungen und Gedanken ziehen positive Situationen an - das zumindest besagt eine Theorie, die sich "self-fulfilling prophecy" nennt. Was damit genau gemeint ist? Eine Vorhersage erfüllt sich deshalb, weil man sich meist unbewusst so verhält, dass sie sich erfüllen muss. Wer sich selbst also oft genug gut zuspricht, der motiviert sich unterbewusst zu Höchstleistungen. Dieses positive Denken kann man Kindern beibringen und sie so auch gegen mögliche Niederlagen wappnen. Denn selbst wenn mal etwas schiefgeht, ist es halb so schlimm und klappt beim nächsten Mal besser.

Der „innere Schweinehund“

Sport ist gesund und ausgewogene Ernährung wichtig - das weiß nahezu jeder. Allerdings scheitern viele gute Vorsätze oft am so genannten "inneren Schweinehund". Das heißt, man kann sich nur schwer motivieren, bestimmte Dinge anzugehen. Es wird nur der unglaubliche Aufwand, das mögliche Scheitern und die daraus resultierende Frustration gesehen. Besser also, man macht es sich bequem und belässt alles beim Alten. Doch mit ein wenig Disziplin kann jeder den "inneren Schweinehund" überwinden. Verschieben Sie nicht alles auf morgen, sondern sagen Sie sich: Ich pack das jetzt an. Das gilt natürlich auch für den Sport - wenn man dann merkt, wie viel Spaß Bewegung machen kann, fühlt man sich gleich motivierter. Ihrem Kind wird es bestimmt genauso gehen und besonders beim Sport im Verein will es bald kein Training mehr verpassen. Denn hier zählt schließlich das Gemeinschaftsgefühl - zusammen ist man viel motivierter und der "innere Schweinehund" hat keine Chance mehr.