Kinder & Ernährung

Ernährung heute

Alltagshektik, ein überschaubares Angebot an Lebensmitteln und Fast-Food-Filialen an jeder Ecke machen es Eltern heute schwer, Kinder gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Wie es genau um die Ernährung unserer Kinder bestellt ist, haben verschiedene Institute untersucht.

Lecker oder gesund

Bei der EsKiMo-Studie zum Beispiel nahmen Wissenschaftler die Ernährungsgewohnheiten von 2.506 Teilnehmern im Alter von 6 bis 17 Jahren in einem Zeitraum von 4 Wochen unter die Lupe. Diese Ernährungsstudie zum Essverhalten von Kindern wurde vom Robert Koch-Institut in Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn durchgeführt und vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) finanziert.

Die Ergebnisse zeigen: Deutsche Kinder und Jugendliche essen zu wenig pflanzliche und viel zu viele fettreiche tierische Lebensmittel. Nur wenige Heranwachsende erreichen die empfohlenen Tagesrationen für Obst und Gemüse.

Damit bestätigt die EsKiMo-Studie eines der bekanntesten Probleme: Nur 6 Prozent der Jungen und 7 Prozent der Mädchen essen täglich ausreichend Gemüse und noch nicht einmal jedes zweite Kind erreicht die Hälfte der empfohlenen Obstmenge. Mädchen schneiden dabei in fast allen Altersgruppen etwas besser ab als Jungs. Mit zunehmendem Alter kommen dann immer mehr Fleisch und Wurst auf den Tisch. Besonders häufig übrigens bei den männlichen Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Außerdem haben innerhalb der Befragungszeit von vier Wochen 96 Prozent aller Jugendlichen mindestens einmal Fast Food gegessen, vor allem Pizza.

Und wie sieht's bei den Getränken aus? Die meisten Jugendlichen trinken ausreichend viel. Allerdings entfällt etwa ein Viertel der Getränkemenge auf Limonaden. Bei den jüngeren Kindern trinkt jedes zweite Kind zuwenig.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät:

  • mehr pflanzliche Lebensmittel, vor allem Gemüse, Obst, Brot und Kartoffeln auf den Speisenplan
  • mehr Vollkornmehl, -brot, -nudeln, oder -reis anstelle von niedrig ausgemahlenen Getreideprodukten
  • besser Trink- und Mineralwasser als energiereiche Limonaden
  • fettreduzierte Milchprodukte anstelle von Vollmilchprodukten oder mit Sahne angereicherten Produkten
  • statt fettreiche Wurst- und Fleischsorten lieber fettärmere Varianten
  • Rapsöl anstelle von anderen Ölen und Fetten
  • Süßigkeiten als Extraportion Genuss und nicht als vollwertige Mahlzeit

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Robert Koch Institut "Eskimo-Studie"